Unübersehbar und offensichtlich wird im Gschnaidt erlebbar, dass die Trauer über den Tod eines lieben Angehörigen besonders viele Menschen von heute herausfordert. Wenn man die durch die Grabkreuze hindurchgeht, spürt man, wie sehr manche Menschen an ihren Trauer-Gefühlen arbeiten und versuchen, aus dieser Spirale heraus zu finden.
Gute Orte für die Trauer sind heute rar geworden. Wo gibt es heute noch die betende und tat-kräftige Gemeinschaft, die zur Bestattung, zum Sechswochenamt, zum Jahresgedächtnis, zum Allerseelen-Tag gläubig zusammensteht? Wo wird gesellschaftlich dem Trauernden die Zeit eingeräumt, mit dem Verlust nach und nach leben zu lernen? „Komm doch mal drüber hinweg! Lass doch mal los! Das kann doch nicht sein, nach so langer Zeit!“ oder ähnliches muss man nicht selten als Trauernder schon wenige Wochen nach dem Verlust von verschiedenen Seiten anhören.
Wie wohltuend muss es da für einen Trauernden sein, wenn er inmitten der vielen anderen Zeichen das Grabkreuz des eigenen Schmerzes aufrichten, in den Erdboden schlagen oder anlehnen kann? Im Gschnaidt, an diesem ruhigen, besonderen, geistlichen Ort findet meine Trauer eine stimmungsvolle Resonanz.



