Geschichte der Wallfahrt „Zum Heiligen Kreuz“ im Gschnaidt

  • Der Name „Gschnaidt“ bezeichnet eine zwischen 1300 bis 1450 aus dem südöstlich von Frauenzell liegenden Wald „herausgeschnittene“ (gerodete) Viehweide.
  • Vermutlich wurde dort mit einem in der Pestzeit des Dreißigjährigen Krieges errichteten Kreuz der Pesttoten des Weilers Maggmannshofen gedacht.
  • In einem Kirchenrechnungsverzeichnis von Frauenzell aus dem Jahr 1666 werden Einnahmen aus einem Opferstock auf dem Gschnaidt erwähnt. Wohl sind Menschen aus bestimmten Anlässen dorthin gegangen, haben gebetet und Opfer gegeben. Der Ort ist also nicht mehr private Gebetsstätte, sondern unter der Obhut einer kirchlichen Einrichtung.
  • Im 18. Jahrhundert hatte die Wallfahrt eine erste Blüte. Eine Kapelle „Zum hl. Kreuz“ wurde errichtet, in der der „Maggmannshofer Altar“ aus der Frauenzeller Pfarrkirche stand. Doch die Eifersucht eines Nachbarpfarrers bewirkte, dass die Kapelle zwischen 1767 und 1770 abgerissen wurde und die immer beliebter werdende Wallfahrtstätigkeit „Zum Heiligen Kreuz“ beendet werden sollte. Es wird aus dieser Zeit berichtet, dass ein morsch gewordenes Kreuz vom Gschnaidt entfernt und im Pfarrhof in Frauenzell aufbewahrt wurde.
  • Trotzdem kamen Wallfahrer und brachten bis etwa ins Jahr 1800 ihre Pilgerkreuze hierher.
  • Ab 1848 sorgten zwei Bürger aus Altusried und Maggmannshofen dafür, dass die „Kleine Kapelle“ gebaut werden konnte.
  • Die Wallfahrt erhielt wieder frischen Aufschwung und erfreute sich zunehmender Beliebtheit.
  • Der Wunsch, bei den Kapellen ein Kapuzinerklösterlein zu errichten, um den vielen seelsorglichen Aufgaben gerecht zu werden, ging nicht in Erfüllung.
  • In der Mitte des 19. Jahrhundert baute man den vierzehn Stationen umfassenden Kreuzweg.
  • Da immer mehr Wallfahrer aus nah und fern kamen, begannen 1856 die Planungen für ein größeres Gotteshaus. Am 19. Juli 1859 wurde die „Große Kapelle“ von Pfarrer Johann Peter Bach aus Frauenzell mit Erlaubnis des Augsburger Bischofs Pankratius von Dinkel geweiht.
  • 1902 und 1929 wurden die Kapellen restauriert, 1912 errichtete man den neuen Kreuzweg. Für die „Große Kapelle“ erfolgte 1998 die Innen- und 2005 die Außenrenovierung. Im Jahr 2000 wurde die Sakristei angebaut. Die „Kleine Kapelle“ wurde 1951, 2003 und 2024 gründlich renoviert.
  • 2007/2008 und 2011 erfolgten umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen des Kreuzweges.

Die aktuelle Geschichte der Kreuze

  • Seit 1985 bringen immer mehr Menschen die Grabkreuze ihrer Angehörigen an diesen Wallfahrtsort und stellten sie meist ohne erkennbare Ordnung und willkürlich bis weit in den angrenzenden Wald hinein auf. So wurde das Erscheinungsbild des Wallfahrtsortes beeinträchtigt. 2024/2025 wurden mehr als 7400 auf dem Gelände abgestellte Grabkreuze weggebracht.
  • Dass Gschnaidt in erster Linie ein Ort der Andacht und des Gebets ist, ist den Verantwortlichen der Kirchenverwaltung ein großes Anliegen. Darum wurde die Kleine Kapelle 2024/25 restauriert und erneuert. Außerdem wurde darauf geachtet, dass das Abstellen der Sterbekreuze künftig geordnet erfolgt.