



Die neu gestaltete Kapelle atmet offenen Raum. Das Auge fällt auf die wenigen Einrichtungs-Gegenstände in ihr: einige kleine Sitzbänke, die sich individuell im Raum platzieren lassen, einen Opferlicht-Leuchter in Form eines Lebensbaumes, das “Buch-des-Lebens” auf dem Altar, eine Glas-Urne mit angebauter Opferlicht-Fläche. Als Blickfang über dem Alter: die Kreuzigungsgruppe (sehr alter Jesus-Korpus von ca. 1350) mit Jesus, Maria und Johannes.
An der rückwärtigen Seite finden sich ältere, besondere Votivtafeln. Je nach Sonnenstand werfen die Strahlen durch die bunten Glasfenster verschiedene Farben auf den Boden.
Alle Einrichtungsgegenstände in der Kapelle bestehen aus dem Holz alter Grabkreuze; an kleinen Details ist dies überall zu entdecken. Hier wird Transformation aus der Kraft des Glaubens greifbar und spürbar. Aus den Grabkreuzen, dem Zeichen des Verlustes eines lieben Menschen, dem Gefühl der Hilflosigkeit und Destabilisierung durch eigene, tiefe Trauer ist ein stabiler Sitz geworden. Auf der überbreiten, leicht erhöhten Sitzposition kann ich im Blick auf Jesus spüren, wie ich durch meinen Glauben neuen Halt in “Besitz nehmen kann”. SEIN Blick trifft auch auf mich; er der Herr sieht mich und kennt meinen Weg.
An den Seitenwänden haben zwei der zahlreichen alten Metall-Kreuzwegstationen (19. Jahrhundert) ihren Platz gefunden. Leider nicht mehr so gut zu erkennen: Simon und Veronika; zwei gute Menschen, in denen Jesus auf seinem schweren, schmerzhaften Weg eine Hilfe fand. Im Blick auf diese beiden Figuren kann ich auch danken für die Menschen auf meinem Weg, die mir in schweren Tagen zur Seite gestanden sind oder stehen.
Im “Buch des Lebens” kann ich meine Gedanken, meine Bitten, meinen Dank usw. als Gebet formulieren oder Gott einen mir wichtigen Menschen “ans Herz legen”.
Einst war das Kreuz der “Holzpfahl des Leidens und des Todes”. Hier hat der Künstler aus Grab-Kreuzen aus dem Gschnaidt einen Lebensbaum mit Opferlichter-Haltern geschaffen. Verbunden mit einem persönlichen Gedanken kann man hier eine Gebetskerze entzünden und in den Lebensbaum stellen.
Ebenso bietet die Glas-Urne auf der anderen Seite des Altares diese Möglichkeit, eine Gebets-Kerze abstellen zu können. Wenn es die Trauer erlaubt, kann das Sterbebildchen des Verstorbenen in die Glas-Urne zum Zeichen einer in Teilen bewältigten persönlichen Trauer abgegeben werden. Die Votiv-Tafeln an einer Wand zeugen davon, wie in vergangener Zeit der eigene Glaube in schwerer Zeit geholfen haben.
Wir laden ein, immer wieder diesen Ort aufzusuchen, eine persönliche Zeit, eine stille Minute auf den neuen Holzbänken mit den eigenen Gedanken oder dem eigenen Gebet zu verbringen.
